Sensation am Berlin-Marathon 2018

Der bisherige Weltrekord wird pulverisiert. Die neue Bestmarke steht neu bei unter 2 Stunden 2 Minuten. Auch unter den Läufern war Martin Ryser, Leiter Business Solutions und GL-Mitglied bei GIA Informatik AG. Mit seinen 3 Stunden 35 Minuten gehört er zum vordersten Viertel aller teilnehmenden Männer. Im Interview schlägt er den Bogen vom Marathonsport zu seinem Beruf.

Martin Ryser Berlin

Die minutiöse Vorbereitung zahlt sich aus: Martin Ryser, GL-Mitglied GIA Informatik AG, überquert die Ziellinie in 3 Stunden 35 Minuten.

Herr Ryser, Sie haben im September die 42,195 Kilometer des Berlin-Marathons in einer sehr guten Zeit absolviert. In Ihrer Alterskategorie (55 bis 59) gehören Sie zu den Top-10-Prozent. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich renne bereits mein ganzes Leben lang. Entsprechend verfüge ich über viel Routine. Auch absolviere ich mein Lauftraining in relativ grossem Umfang; im Vorfeld eines Marathons sind dies rund vier bis sieben Einheiten pro Woche. Der Hauptaspekt ist jedoch meine minutiöse, rund acht Monate dauernde Vorbereitung auf diesen Top-Event – unter anderem gilt es, die Ernährung anzupassen. Wie ein IT-Vorhaben erfordert ein Marathon viel Planung und Disziplin. Im Zeitalter von Cloud-Lösungen leitet mich ein dynamischer Online-Trainingsplan, der mein persönliches Leistungsniveau kennt und die Trainingsinhalte bestimmt. Zum Beispiel die angepasste Verteilung von intensiven und moderaten Einheiten.

«Wie ein IT-Vorhaben erfordert ein Marathon viel Planung und Disziplin.»
Martin Ryser, Leiter Business Solutions und GL-Mitglied GIA Informatik AG

Am diesjährigen Berlin-Marathon fiel die magische Grenze von 2 Stunden 2 Minuten. Das ist Weltrekord! Wie fühlt man sich als ambitionierter Sportler, wenn man mittendrin in diesem Weltklassefeld ist, getragen von einer Million Zuschauern rund um die Strecke?

Es ist sehr motivierend, an einem Lauf teilzunehmen, an dem ein Weltrekord geplant und schlussendlich auch aufgestellt wurde. Berlin ist eine der flachsten Marathonstrecken, weshalb dort bereits acht Weltrekorde realisiert wurden. Das Wetter war traumhaft: Nicht zu warm, nicht zu kalt und folglich ideal, um Vollgas zu geben. In diesem Feld mit über 40 000 Teilnehmenden stand ich im Startblock meiner Alterskategorie ein und wartete auf den Startschuss. Ich hatte meine Sporttracking-Uhr am Handgelenk und wusste, dass ich exakt nach Plan laufen musste, um das Tempo über die ganze Distanz durchzuhalten. Beim Kilometer 38, der ominösen Wand, sah ich meine Frau, jammerte kurz und sagte mir: Jetzt mache ich die restlichen Kilometer noch.

Martin Ryser klatscht

Immer einen Schritt voraus: sportlich am Berlin-Marathon und beruflich mit den innovativen Cloud- und App-Entwicklungen.

Wo sehen Sie Parallelen zwischen Ihrer Passion, dem Marathonlaufen, und Ihrem Beruf als Leiter Business Solutions von GIA Informatik AG?

Wir arbeiten bei unseren IT-Aufträgen stark projektorientiert, zum Beispiel wenn Kunden neue ERP-Lösungen einführen oder andere IT-Services mit uns realisieren wollen. Die Parallele ist vorhanden, da man bei beiden Herausforderungen nur dann Erfolge erzielt, wenn man einen genauen Plan aufstellt und ihn methodisch abarbeitet. Ich halte mich darum an die Trainingsmethode von Ex-Europameister Viktor Röthlin, an welcher sich mein benutztes Cloud-Tool orientiert. Auch in der IT arbeitet man nach einer ausgewählten Projektmethodik und in geplanten Projektphasen mit Meilensteinen. Im Marathonsport bestehen die Meilensteine aus kürzeren Vorbereitungsrennen – ich absolvierte dieses Jahr den Kerzerslauf, den GP Bern und den Emmenlauf – und in den zehn Wochen vor dem Marathon aus wöchentlichen Longjogs bis zu einer Distanz von 36 Kilometern. In der IT vergleiche ich diese mit den Testläufen, die vor einem Go-Live durchgeführt werden. Im Training kann ich auf diese Weise die Fettverbrennung auf schnelle Energiebereitstellung trimmen und meinen Körper auf die kommende Belastung vorbereiten – dies entspricht in der IT etwa den finalen Integrationstests vor der Produktivsetzung, damit alle Systeme integriert zusammenspielen und optimal funktionieren.

Marathon

Unterstützt von einer Million Zuschauern absolvierten Martin Ryser und 40 000 andere Wettkämpfer die 42,195 Kilometer.

Der Marathonsport wird immer digitaler; neue Technologien halten Einzug. Big Data, Cloud und Internet of Things sind bereits fester Bestandteil dieser Sportart. GIA ist führend in modernen, zukunftsorientierten Technologien, leistet regelmässig Pionierarbeit und entwickelt sich und ihre Dienstleistungen immer weiter. Können Sie auch hier Vergleiche anstellen?

Ja. Das Internet of Things kommt bereits in der Vorbereitung im vollen Umfang zum Tragen. Eine Sportuhr beinhaltet heute bis zu 30 Sensoren, die verschiedene Informationen liefern zu Beschleunigung, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Höhe, Luftdruck und Temperatur. In Verbindung mit modernen Cloud-Softwarelösungen wird jedes Training rückgekoppelt und dynamisch neu berechnet, wie ich das Training – langsames Joggen, Intervalltraining, schneller Dauerlauf – aktuell gestalten soll. Quasi mit einer Big-Data-Analyse wird mein Fitnessstand erhoben und festgelegt: Bin ich auf Kurs? Muss ich den Plan anpassen? Sehr wichtig ist auch die Live-Tracking-Funktion im Rennen selber – insbesondere für die Fans und Zuschauer direkt an der Strecke. Diese wissen auf diese Weise immer, wann sie wo stehen müssen, um mich in der Läuferschar zu erkennen und anfeuern zu können. Das i-Tüpfelchen sind soziale Plattformen wie «Runtastic», «Strava» etc., auf denen man sich global mit anderen Sportlern vernetzen und online messen kann.

«Die Live-Tracking-Funktion im Rennen selber ist sehr wichtig – insbesondere für die Fans und Zuschauer direkt an der Strecke.»
Martin Ryser, Leiter Business Solutions und GL-Mitglied GIA Informatik AG

Welche sportlichen Ziele streben Sie als nächstes an?

Momentan befinde ich mich in der Erholungsphase. Wenn die Gesundheit gut bleibt, ist mein nächstes Ziel ein Marathon im Frühling oder Herbst 2019. In der Regel sollte man nicht mehr als einen solchen Lauf pro Jahr absolvieren. Ich halte mich an die Devise: Der Weg ist das Ziel. Wahrscheinlich wird es ein Marathon in Paris oder Wien sein, da ich an diesen bisher noch nicht gestartet bin. Mittelfristig möchte ich alle «Major Marathons» bestreiten. Das sind die sechs bekanntesten Marathons in Berlin, Boston, London, New York sowie Chicago und Tokio. Mir fehlen dazu nur noch die letzten beiden.

«Im Bereich Business Solutions ist GIA momentan daran, cloudbasierte Apps zu realisieren.»
Martin Ryser, Leiter Business Solutions und GL-Mitglied GIA Informatik AG

Welche Herausforderungen stehen beruflich an, die Sie genauso nachhaltig anpacken wie den Marathon?

Im Bereich Business Solutions sind wir daran, cloudbasierte Apps zu realisieren. In den nächsten Monaten wollen wir im App Center von SAP erste Apps zum Download bereitstellen. Die App-Entwicklung, der ganze Validierungsprozess von SAP, die Dokumentation, das marktgerechte Publizieren – das alles ist Neuland für GIA und wird ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur weiteren Digitalisierung unserer Business.

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