«Das Internet of Things ist bei uns stark im Kommen»

Die auf den Bau von Isolatoren für die pharmazeutische Industrie spezialisierte und international tätige Skan AG aus Allschwil feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Sie hat ein SAP-System im Einsatz, das im Zuge eines Outsourcing-Projektes von der GIA Informatik AG betrieben wird. Burim Maraj, CFO und CIO Skan AG, äussert im Interview seine Überlegungen zur Entwicklung der IT und über die künftigen Herausforderungen für seine Firma.

Burim Maraj, welche strategischen Ziele verfolgen Sie mit der Auslagerung Ihrer IT?

Wir lagern Teile der Infrastruktur aus respektive verfolgen – wo es für die Skan AG sinnvoll ist – den Cloud-Computing-Ansatz. Dies mit dem Ziel, die Mobilität und Flexibilität zu erhöhen. Diesen Ansatz wenden wir etwa bei SAP, Office und bei der ganzen Telefonie (Skype for Business) an. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten werden variabel, und wir müssen nicht das ganze Know-how intern aufbauen. Dadurch können wir uns auf die strategisch wichtigen Themen konzentrieren.

Ist es für Sie schwer, die IT gegenüber dem Management als business-entscheidend zu verkaufen?

Nein, ich bin selber Teil der Geschäftsführung. Die IT wird immer wichtiger, deshalb wird auch das Verständnis in und ausserhalb des Managements immer grösser. Häufige Stichworte sind «Digitalisierung», «führend am Markt» und «Konkurrenzdruck». Für mich war der Entscheid für die Auslagerung der IT zur GIA Informatik AG relativ einfach, da unsere Mitarbeitenden mobil sind und von überall her Zugang zu unseren Daten haben müssen: Eine Datenbank und ein SAP – unsere Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt greifen über die selbe Infrastruktur darauf zu.

Welche IT-Trends verfolgen Sie respektive werden für die Skan AG künftig wichtig sein?

Bei uns ist das Internet of Things stark im Kommen. Wir analysieren die Daten der Maschinen, entwickeln unser Geschäftsmodell und unser Leistungssystem (Produkte & Services) weiter. Auch die Blockchain ist ein Thema bei uns. Wir sind zwar Maschinenbauer, aber auch Lieferant für die Pharmawelt. Dort wird es immer wichtiger, die ganze Lieferkette nachweisen zu können. Wenn wir zum Beispiel Skan-Bioindikatoren produzieren, kann der Pharmahersteller sagen, mit welcher Charge von Bioindikatoren sein Equipment qualifiziert wurde, von welcher Firma und an welchem Datum. Derzeit sind wir noch nicht ganz so weit, haben aber schon einen grossen Schritt in die richtige Richtung gemacht und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern Strategien für die Zukunft gemäss unserem Motto «Together one step ahead».

 

fassade skan ag

Die Skan AG hat ihren Hauptsitz in Allschwil.

Wie hat sich in den vergangenen Jahren das IT-Budget entwickelt?

Wir haben es erhöht. Die gesamte IT ist komplexer und integrierter geworden. Deshalb braucht es auch andere Tools und mehr Ressourcen, um den gesamten Bereich und den Service aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Wo sehen Sie – IT-mässig – mittelfristig die grössten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Die Integration des Gesamten ist es. Alles muss auf Knopfdruck funktionieren. Zum Beispiel teilen wir dem Kunden mit, dass seine Anlage in zehn Stunden ein Ersatzteil braucht bzw. dass die Anlage automatisch Bestellungen auslösen könnte und dies automatisch in unserem System abgewickelt würde. Zahlen und Analysen müssen in Echtzeit sein. Eine andere Herausforderung sind die Ressourcen. Wir wollen die besten Mitarbeitenden auf dem Markt finden. Doch die Nachfrage nach guten IT-Fachkräften mit einem hohen Kompetenzlevel ist immens gross.

An welchem Punkt steht Ihr Unternehmen bezüglich digitaler Transformation aktuell?

Wir setzen uns derzeit mit mehreren Fragestellungen auseinander: Welche kundenspezifischen Anforderungen können wir erfüllen? Dies geht ganz klar in Richtung Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle. Auch beschäftigen wir uns mit Themen wie mobilem Service, um unsere Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen und dadurch einen hohen Kundennutzen in Form von kürzeren Stillstandzeiten der Maschinen und somit Kosteneinsparungen zu bewirken. Deshalb sind wir daran, Lösungen zu entwickeln, mit denen unsere Servicemitarbeitenden die Kunden vom Arbeitstisch aus instruieren und Probleme lösen können.

«Die in SAP gespeicherten und von überall greifbaren Daten bieten einen grossen Vorteil.»
Burim Maraj, CFO und CIO Skan AG

Welches ist Ihr persönliches Lieblings-IT-Produkt?

Für mich als CFO bieten die in SAP gespeicherten Daten einen grossen Vorteil. Alle sind an einem einzigen Ort abgelegt, was eine gute Planung ermöglicht. Am Schluss ist es eine Frage der Integration der verschiedenen Produkte. Als CIO verfolge ich die Vernetzung dieser Systeme und finde SAP wertvoll. Weiter statten wir unsere Mitarbeitenden mit Smartphones und weiteren digitalen Produkten aus, damit sie überall erreichbar sind und schnell reagieren können, um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Es ist mir jedoch wichtig, eine gewisse Flexibilität zu behalten.

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skan ag wireless gt

Wireless GT ist das fortschrittlichste und voll automatische Handschuh-Prüfsystem mit Druckabfall-Messungen für Isolatoren und RABS in der Pharmaindustrie. Die Durchführung ist einfach und funktioniert ohne Schläuche und Kabel.

Faktenbox zur SAP-Einführung und zum SAP-Outsourcing

Projektziele:

  • Integration der Geschäftsprozesse eines Anlagebauers
  • Höhere Kostentransparenz, Kennzahlen
  • Durchgängigkeit und Qualität der Daten
  • Konzernfähigkeit
  • Standard-Software
  • Schnittstelle zu PDM/DMS
  • Effizienzsteigerung
  • Outsourcing zu einem Experten, um intern nicht Know-how aufbauen zu müssen

Personeller Aufwand bei der Skan AG:

  • Ein vollamtlicher Projektmanager
  • Während sieben Monaten zirka elf Teilzeitmitarbeitende aus den verschiedenen Abteilungen

Erreichte Ziele:

  • Projekt erfolgreich abgeschlossen in Budget, Qualität und Zeit
  • Gewinn des SAP Quality Award
  • Die gesetzten Projektziele wurden vollumfänglich erreicht

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