Mit mehr als 4000 Mitarbeitenden erzielte HUBER+SUHNER 2018 einen Umsatz von 885 Millionen Franken

Der führende Konzern in elektrischer und optischer Verbindungstechnik setzt auch zukünftig auf ein IT-Outsourcing.

Was hat das IT-Outsourcing-Projekt bislang konkret für HUBER+SUHNER gebracht?

Das Projekt war ein voller Erfolg. Das IT-Outsourcing ist mittlerweile etabliert und wird als positiver Unternehmensbeitrag geschätzt. Die finanziellen Vorteile liegen vor allem in der flexibleren Nutzung von Kapazitäten und Ressourcen sowie der besseren Planbarkeit.

Was passiert mit frisch akquirierten Unternehmen, wie etwa den zuletzt von Kathrein zugekauften Antennen-Sparten?

Die Integration erfolgt in verschiedenen Stufen und angepasst an die Maturität der zugekauften IT-Umgebungen/-Einheiten. Kurz gesagt: Es gibt Elemente, die nach einem «Plug-in»-Verfahren integriert werden. Bei anderen – beispielsweise spezifischen Business-Applikationen – ist eine volle Integration beziehungsweise Ablösung gar nicht zwingend im ersten Schritt notwendig. Klarer Treiber ist das Generieren von Business-Nutzen und bei allem Streben nach Standardisierung und Skaleneffekten nicht der Ansatz «One size of IT fits all».

Huber + Suhner CIO

Alexander Graf, CIO HUBER+SUHNER, im Interview mit ICTK-Chefredaktor Karlheinz Pichler.

An welchem Punkt steht Ihr Unternehmen bezüglich digitaler Transformation?

Wir sind gerade dabei, unsere Digital Roadmap für die kommenden Jahre zu aktualisieren. Dabei zählen grosse Transformationsprojekte genauso dazu wie das Ausprobieren von Pilotprojekten im Speedboat-Modell.

Welchen Einfluss haben neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Internet of Things auf ein Hightech-Unternehmen wie HUBER+SUHNER?

Mit unserem Anspruch, der mit Connecting – today and beyond auch als Markenversprechen unterstrichen wird, sind wir natürlich ein absoluter Enabler der Nutzung dieser zukunftgerichteten Technologien durch unsere Produkte. Selbstverständlich widerspiegelt sich das auch in der Anwendung für unser Unternehmen. Im Rahmen der Digital Roadmap setzen wir unseren eigenen Anspruch, bei welchen Technologien wir den grössten Nutzen erwarten.

Welche IT-Trends verfolgen Sie respektive werden für HUBER+SUHNER künftig wichtig sein? Und: Welche technologischen Entwicklungen könnten auch für Ihren Bereich einsatzmässig geeignet sein oder wichtig werden?

Für die Business IT spielt die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung von Fertigungsprozessen und das Entwickeln von smarten Produkten eine grosse Rolle. In dem Zusammenhang ist das zunehmende Nutzen von Mobile Apps für die Business-Steuerung und das tägliche Arbeiten in der Fertigung zu nennen – «Mobile is everywhere and everything goes mobile». Und natürlich wird das Thema einer «Data driven Enterprise» gerade für global agierende Unternehmen, wie wir es sind, extrem wichtig.

Welche zentralen Herausforderungen stellen Sie allgemein an ein Standard-Software-System wie SAP?

SAP hat sich mittlerweile zu einer weit über den früheren Funktionsumfang hinausgehenden Plattform entwickelt. Dies bringt eine ganze Menge an Chancen mit sich, zum Beispiel hinsichtlich Einheitlichkeit in Betrieb und der Datenstruktur. Allerdings steigt dadurch die Komplexität bei gleichzeitig immer grösser werdenden Anforderungen an Flexibilität und Agilität im Unternehmen.

Wie sind Sie bisher mit SAP gefahren – im Hinblick auf die Interaktion mit Ihren Kunden?

Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Jeder kennt SAP und die damit einhergehenden Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen.

Ist für Sie künftig SAP S/4HANA eine Option?

Selbstverständlich sehen wir uns die Weiterentwicklung von SAP an – insbesondere auch im Hinblick auf zusätzlich nutzbare Funktionalitäten und Betriebsmodelle.

Welches ist Ihr persönliches Lieblings-IT-Produkt?

Ohne Frage der Digital Workplace, der das tägliche Arbeiten deutlich vereinfacht und durch die Integration der Kollaborationsfunktionen (z. B. Skype) einen nahtlosen Übergang von Desktop-Arbeit und virtuellen Meetings ermöglicht.

Wo sehen Sie – IT-mässig – mittelfristig die grössten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Die Wandlung vom Gatekeeper zum Explorer ist die grösste Herausforderung. Dies bedeutet ein völlig anderes Zusammenarbeiten zwischen IT und Business. Ohne eine neue Partnerschaft und das durchgehende Verständnis für die Möglichkeiten der IT wird die Digitalisierung nicht erfolgreich und proaktiv umgesetzt werden können.

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