Silvan Wysers Tochter ist ein grosses Skitalent

Um mit ihr Erfolg zu haben, unternimmt der Marketingleiter der GIA Informatik AG einiges. Vom Entscheid des Lebens, der Zusammenarbeit in der Familie und dem grössten Geheimnis.

Linda Wyser Top Foto Ski

Beim Heimrennen in Sörenberg überzeugt Linda mit einer angriffigen Fahrt.

Silvan Wyser, der Skisport bedeutet Ihnen das Leben, ist eine Qual oder ist einfach Sport. Warum trifft Antwort A, B oder C auf Sie zu?

Alle Antworten sind richtig. Es ist ein Sport, der aufgrund des enormen Aufwandes unser (Familien-)Leben prägt, ja sogar dominiert. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, bei Dauerregen oder bei bitteren Niederlagen kann er auch eine Qual sein.

Wie sind Sie zu GIA Informatik gekommen?

Peter Merz, CEO bei der GIA Informatik, kenne ich aus einer früheren Tätigkeit. Er rief mich eines Tages an und fragte, ob ich ihm einen guten Marketingleiter empfehlen kann. Ich konnte nicht widerstehen und brachte mich selber ins Spiel. Nach fünf Jahren als Head of Communications bei einem grossen Telekomanbieter sehnte ich mich nach einem Unternehmen, das bereit ist, sich weiterzuentwickeln. Mit GIA fand ich mein ideales Umfeld.

Silvan und Linda Wyser

Von Kopf bis Fuss auf Erfolg eingestellt: Silvan Wyser, Marketingleiter GIA Informatik, mit seiner begabten Tochter Linda in Saas-Fee.

Welches sind Ihre Empfindungen, wenn Sie an Ihre 15 Jahre als Marketingleiter bei der GIA Informatik AG denken?

Durch die Zusammenarbeit mit grossen IT-Anbietern wie Microsoft, SAP oder HPE bin ich sehr nahe am Puls des Geschehens. Trotzdem schätze ich nach wie vor die Vorteile eines KMU. Wir kennen uns alle persönlich, und die Entscheidungswege sind sehr kurz. So kann man rasch und unkompliziert auf Veränderungen reagieren.

Welche Trends erkennen Sie in der Marketingkommunikation, die 2020 und darüber hinaus relevant für die Branche sind?

Von zentraler Bedeutung ist die Time to Market. Es geht darum, Inhalte und Stories schnell zu den Anspruchsgruppen zu bringen. Erstens müssen die Geschichten Newscharakter haben. Zweitens gilt es, die Kommunikationskanäle permanent offen zu halten und sie sofort mit relevantem Content zu bestücken. Unser Kontakt zu den Medien ist vorhanden und erfolgt unmittelbar.

Linda Wyser vor dem Matterhorn

Sie will hoch hinaus: Linda Wyser vor einem der höchsten Berge der Schweizer Alpen, dem 4478 Meter hohen Matterhorn.

Was ist spannend an Ihrer Arbeit derzeit und welches sind die Herausforderungen, die sich Ihnen in Zukunft stellen?

In der IT-Branche besteht ein grosser Konkurrenzdruck. Wenn wir einen neuen Kunden gewinnen wollen, müssen wir besser sein als zahlreiche andere Unternehmen. Dieses hochkompetitive Marktumfeld zwingt mich dazu, täglich mein Bestes zu geben. Diesen Wettbewerb finde ich extrem spannend.

Welches sind Ihre Aufgaben, um Linda, ein hoffnungsvolles Skitalent, an die nationale Spitze zu bringen?

Wir sind ein richtiges Team. Die wichtigste Funktion nimmt meine Frau ein. Sie ist für die gesamte Organisation verantwortlich. Die Koordination aller Termine wie Ski- und Konditionstrainings, Camps, Physiotherapie, Mentalcoach ist eine riesige Herausforderung. Sie bucht auch die Reisen für uns. Überdies setzt sie den Ernährungsplan um, was nicht immer ein leichtes Unterfangen ist, vor allem unterwegs und in den Ferien. Wenn wir an ein Rennen fahren, steht sie eine Stunde früher auf als Linda und ich, bereits um 4 Uhr. Meine Frau managt auch Mira, die grössere Schwester von Linda, die zurzeit mit ihrer Maturaarbeit beschäftigt ist und im Gymnasium den Talentbereich Schauspiel absolviert. Ich frage mich, woher meine Frau die Energie für alle Aktivitäten nimmt.

Ich bin hauptsächlich als Servicemann tätig. Nebst der Präparation der Ski, der Kontrolle und Ergänzung des Materials begleite ich Linda an alle Rennen. Oft bin ich auch während den Trainings anwesend, um direkte und ungefilterte Rückmeldungen zu bekommen und um selber Videos zu drehen, die wir zusammen analysieren. Ich behalte auch die Entwicklung im Skisport im Auge, damit wir keine Chance ungenutzt lassen. Aktuell beschäftigt mich das EU-weite Verbot von Fluorzusätzen im Skiwachs, das im Sommer 2020 in Kraft tritt. In Italien habe ich eine sehr gute Alternative zur Lösung dieses Problems gefunden. Aber selbstverständlich werde ich das hier noch nicht verraten.

Linda Wyser am Start

Linda am Start: explosiv und hochkonzentriert.

Welche Parallelen ziehen Sie zwischen Ihrem Beruf als Marketingleiter und dem Spitzensport?

In beiden Bereichen zählt nur der Sieg. Um Erfolg zu haben, reicht Talent nicht aus. Darüber hinaus braucht es Fleiss, Disziplin, Durchhaltewillen und eine gesunde Portion Mut. Überdies darf man nie stehenbleiben, sondern muss sich ständig weiterentwickeln. In beiden Disziplinen gilt: Es soll auch Spass machen.

Schildern Sie Ihre Gefühle, als Ihre Tochter Linda sich für den Weg zur Spitzensportlerin im Skirennsport entschied.

Den Moment gab es nicht. Wir sind vielmehr in diesen Sport hineingerutscht. Mit fünf Jahren hat Linda ihr erstes Skirennen gewonnen. Ab da waren wir mittendrin im Skizirkus. Für ehemalige Snowboarder wie meine Frau und mich war das anfangs nicht einfach.

Linda fährt auch Speedrennen. Spüren Sie Angst, wenn sie mit mehr als 100 km/h unterwegs ist?

Ski Alpin ist ein Risikosport, aber Linda ist fit und verfügt über die notwendige Erfahrung und das Können, um das Risiko zu kalkulieren. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass Verletzungen zu diesem Sport gehören. Das Gefährlichste sind die vielen Kilometer, die wir mit dem Auto zurücklegen.

Linda Wyser Ski Kurven

Eng um die Kurven und schnell: Linda Wyser ist gut unterwegs.

Linda trainiert im Race-Team des SC Engelberg unter der Leitung von Trainer Walter Windlin. Er trainierte Olympiasiegerinnen wie Dominique und Michelle Gisin. Was ist es für ein Gefühl, einen solchen Experten an Lindas Seite zu wissen?

Walter Windlin hat sogar mehrere Olympiasieger «geschaffen» und gilt zurecht als Koryphäe im alpinen Skirennsport. Unter seinen Fittichen hat Linda in kurzer Zeit grosse Fortschritte gemacht, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Ferner könnten die Trainingsmöglichkeiten in Engelberg nicht besser sein. Von Oktober bis Mai stellen die Titlis-Bergbahnen abgesperrte Trainingspisten für das Race-Team zur Verfügung, was nicht selbstverständlich und in der Schweiz wohl einmalig ist. Die Erfolge des Skiclubs Engelberg sind alles andere als Zufall, sondern das Ergebnis von rundum professionellen Strukturen.

Auf welchen Elementen basieren gute Ergebnisse in den Rennen?

Man muss in der Vorbereitung die richtige Balance zwischen Skitechnik und Material, Kondition, Ernährung und Mentaltraining finden. Wir sind überzeugt, dass diese vier Säulen die Grundlage für Erfolge im Spitzensport sind.

Welchen Einfluss hat die moderne Technologie auf den Erfolg – im Beruf und im Hobby?

Ohne «Always on» geht es nicht. Auch im Skisport müssen wir ständig erreichbar sein und jederzeit auf verlässliche Daten zurückgreifen können. Es gilt, rasch und unkompliziert auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Wenn zum Beispiel Skigebiete wegen ungünstigen Wetterprognosen geschlossen werden, müssen wir umgehend neu planen. Flexibilität und Gelassenheit sind dann die Eigenschaften, die zählen.

Linda Wyser Rast

Die Rast will gelernt sein: Linda ist dank Silvan Wyser bereit für grosse Taten.

Was fehlt noch, damit Ihre Tochter Linda weiterhin Erfolg im Skisport haben kann?

Eigentlich fehlt nichts. Wir haben mit Markus Bindschädler von PRO Athletenförderung einen Profi an unserer Seite, der für Linda einen Masterplan ausgearbeitet hat und sie coacht. Das Logo eines Unternehmens auf ihrem Helm würde uns zusätzlich unterstützen.

In Zukunft: Wohin geht es mit GIA und mit Linda?

GIA ist ein tolles Unternehmen und Linda eine tolle Person. Sie haben beide eine prächtige Zukunft.

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