Das SAP-Migrations-Projekt als Schritt in die Zukunft

So kann man sich selbst beschenken: Im Jahr ihres 100. Geburtstags wechselt die Agathon AG mit ihrer SAP-Business-Suite auf die HANA-Plattform im Datacenter der GIA Informatik AG.

Das grosse Jubiläum ist für die international führende Agathon AG mit Sitz in Bellach und Niederlassungen in den USA und in China der richtige Zeitpunkt, um wichtige Investitionsentscheide zu fällen: Sie will immer besser werden und informationstechnisch den Sprung auf ein höheres Niveau schaffen. Bis vor kurzem setzte die Weltmarktführerin für Wendeschneidplatten-Schleifmaschinen eine SAP-2-Systemlandschaft mit unter Windows laufender Oracle-Datenbank ein. Diese Installation war aber technisch veraltet und relativ kostenintensiv. «Wir stellten uns deshalb Fragen zur künftigen Plattformtechnologie und zur Bereitstellungsart der Systeme», sagt Michel Tran, stellvertretender IT- und SAP-Leiter Agathon AG. «Sollten wir lokal in eine On-Premise-Lösung investieren oder die Services aus der Cloud beziehen?» Nach einer Evaluation mehrerer Dienstleister entschieden sich die Agathon-Verantwortlichen für eine Cloud-Lösung der GIA Informatik AG in Oftringen. «GIA wies das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf», erklärt Michel Tran. «Da wir schon länger erfolgreich mit diesem IT-Unternehmen zusammenarbeiteten, wussten wir um deren grosses Know-how, die geografische Nähe und die ausgezeichnete Serviceorientierung.» GIA war bislang für den Betrieb der alten SAP-Systeme verantwortlich.

Das SAP-Migrations-Projekt als Schritt in die Zukunft

Zunächst erfüllte GIA die Voraussetzung der neuen Datenbank und erledigte im Dezember 2017 die Vorarbeiten für die Unicode-Konvertierung. Erst damit lassen sich weltweit alle Schriftzeichen darstellen. Anschliessend – im Januar 2018 – migrierte sie auf die In-Memory-Datenbank SAP HANA. «Dies ist eine zukunftsorientierte Lösung, da sie die Basis für einen späteren Wechsel auf SAP S/4HANA bildet», bemerkt Pius Peter, Leiter SAP-Technologie GIA Informatik AG. Und weshalb fand der Wechsel in eine Private Cloud statt? «Wir unterhielten bis dato eigene Rechencenter», legt Michel Tran dar. «Eine Modernisierung hätte trotz relativ kleinem Datenvolumen grosse Investitionen nach sich gezogen. Dies machte ressourcenmässig keinen Sinn, denn bei GIA ist eine professionelle IT-Infrastruktur bereits vorhanden.»

eingang michel tran

«GIA hat von Anfang an offen und ehrlich kommuniziert sowie etwaige Stolpersteine aufgezeigt.» Michel Tran, stellvertretender IT- und SAP-Leiter Agathon AG

Die Schnittstellen als Herausforderung

War das Betriebssystem zuvor Windows, ist es neu ein Linux-Enterprise-Server. Pius Peter: «Um diesen Wechsel technisch sauber zu bewältigen, nahmen wir einige Anpassungen an den Schnittstellen von internen und externen Programmen vor.» Zudem musste auf die internationalen Aktivitäten von Agathon Rücksicht genommen werden: Aufgrund der Zeitverschiebung legte GIA die Wartungsfenster auf Uhrzeiten, in denen die Niederlassung in den USA von «Downtimes» nicht betroffen war.

Kosten sparen und Komplexität reduzieren

Nach dem Go-Live Ende Februar 2018 erkennt Michel Tran vielfältige Vorteile des neuen Systems: «Erstens zeigen die Zahlen, dass die Kosten gesunken sind. Nun sind wir sogar in der Lage, Einsparungen bei den personellen Ressourcen vorzunehmen, da wir weniger Know-how benötigen. Zweitens konnten wir die eigene IT-Infrastruktur schlank gestalten und die Komplexität reduzieren. Drittens ist es gut zu wissen, dass die SAP-Systeme in professionellen Händen sind und unsere Daten in den Datacentern des Providers gespeichert sind.»

Foto Evo Penta

Das 5-Achsen-Schleifzentrum Evo Penta ist das Flaggschiff der Agathon AG

Zu welchen Überlegungen rät Michel Tran anderen Unternehmen, die sich in derselben Situation wie Agathon befinden?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Interessierte Firmen sollen auf eine von Anfang an klare Kommunikation achten. Ein guter IT-Dienstleister macht schon im Vornherein auf mögliche Hürden aufmerksam.

Die Firmen sollten sich einen Provider suchen, der kurze, direkte Wege bevorzugt und mit dem man sich zu jeder Stunde über das Projekt austauschen kann.

Pragmatismus geht über Formalität.

Eine Managed Private Cloud eines Schweizer Anbieters mit Betrieb und Datensicherung in der Schweiz lässt Entscheider ruhig schlafen.

Baldiger Umstieg auf SAP S/4HANA

Derzeit arbeitet Agathon an einer Optimierung des CRM und beschäftigt sich mit der Theory of Constraints, um Engpässe ausfindig zu machen und die Unternehmensdaten zu bereinigen. «Mitte 2019 wollen wir firmenintern den Wechsel auf S/4HANA Enterprise Management konkretisieren und ihn bis Ende 2022 vollziehen», erklärt Michel Tran.

 

Faktenbox

Ziel: Technologie-Update und Vorbereiten auf die digitale App-Welt

Projektdauer: Drei Monate inklusive Planung und Vorbereitung

Projektablauf:

  • Kick-off im Dezember 2017
  • Vorbereitung Unicode-Konvertierung im Dezember 2017
  • Finale Migration des SAP-Development-Systems Ende Januar 2018
  • Anpassung aller Schnittstellen bis Mitte Februar 2018
  • Migration des produktiven SAP-Systems Ende Februar 2018
  • Go-Live Ende Februar 2018

Laufzeit technische Migration: Der Datenexport und Datenimport betrug rund zwölf Stunden

Projektkosten: Ein tiefer fünfstelliger Betrag

Personeller Aufwand: Vier Personen bei Agathon und GIA

Stundenaufwand: Je 150 Stunden auf beiden Seiten

Hardware & Software:

  • altes System: Oracle als Datenbank (300 Gigabyte), Windows als Betriebssystem
  • neues System: HANA (150 Gigabyte) als Datenbank, Linux als Betriebssystem

Erreichte Ziele:

  • Projekt verlief «on time and within budget»
  • Die Schnittstellen funktionieren fehlerfrei
  • Laufzeiten, wie zum Beispiel der MRP-Lauf, wurden erheblich verbessert
  • Die Antwortzeiten konnten dank des Einsatzes von SAP HANA optimiert werden
  • Der Datentransfer ins GIA-Datacenter erfolgte innert weniger Stunden reibungslos

foto martin ryser im datacenter gia

«Unsere mit Grundwasser gekühlten Datacenter, ausgestattet mit modernster Infrastruktur, dienen bereits vielen KMU als sicherer Hort für ihre Unternehmensdaten.» Martin Ryser, Leiter Business Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung GIA Informatik AG

zum Artikel im Swiss IT Magazine

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