Er geht als leuchtendes Beispiel voran, wie man mit Vorsicht und ohne Hektik die Ziele erreicht und viel Lebensfreude gewinnt

Daniel Scheidegger, PLM-Berater bei der GIA Informatik AG. Er ist Harley-Fahrer und lebt nach dem Motto «Take it easy, slow down».

Daniel Scheidegger on the road

On the road: Daniel Scheidegger (rechts) auf seiner Harley auf einer Tour.

Daniel Scheidegger, welche Funktion üben Sie bei GIA Informatik aus?

Ich bin als PLM-Berater angestellt. Meine Hauptaufgaben sind

  • Bereitstellen der Windchill-Umgebungen bei unseren Kunden
  • Updates und Upgrades der Windchill-Systeme
  • Migrationen von Model-Manager nach Windchill (Projekt RONDO Burgdorf AG)
  • Betrieb und Support
  • Creo (CAD) Updates und Second Level Support
  • Ferner Schulungen im Bereich CAD

Biker Treffen

Biker-Treffen besucht Daniel Scheidegger ab und zu. Die Geräuschkulisse gefällt ihm.

Welche Aufgaben stehen jetzt an?

Aktuell haben wir eine Ausschreibung für ein Migrationsprojekt eines Schweizer Bahnbetriebs gewonnen. Sobald der Kunde das Budget freigibt, steht für mich dieses Projekt im Zentrum. Ich freue mich bereits jetzt auf diese Herausforderung. Ein ähnliches Projekt haben wir mit der RONDO Burgdorf AG erfolgreich abgeschlossen. Ich bin überzeugt, meine gewonnenen Erfahrungen aus diesem Projekt in diesem Jahr gezielt einsetzen zu können.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf und am Harley-Fahren?

Im Beruf schätze ich die Abwechslung und die Freiheiten, die mir mein Arbeitgeber GIA Informatik gibt. Es herrscht kein Dienst nach Vorschrift. Wenn ich in einem Bereich Potenzial erkenne, steht der Umsetzung «fast» nichts im Weg. Die stetigen Neuerungen, die in der IT rasch voranschreiten, erkenne ich als Chance und freue mich auf die kommenden Herausforderungen. Die Themen PLM (Product-Lifecycle-Management) und IoT (Internet of Things) werden uns auch in der nächsten Zeit beschäftigen. Auch am Harley-Fahren gefällt mir die Freiheit, ebenso das Dröhnen der Maschine und die immer wieder neuen Erfahrungen und Eindrücke. Jeder Berg, jede Kurve bietet etwas Neues.

Was ist speziell am Harley-Fahren?

Einzigartig für mich ist das Ausbrechen aus meinem Alltag. Wenn ich auf meiner Harley sitze, habe ich keine Gedanken an die Arbeit. Es ist ein vollkommenes Abschalten. Ferner finde ich es genial, dass jede Harley ein Unikat ist. Mit dem Kauf fängt das grosse Glücksgefühl an. Man bastelt herum, baut ein neues Teil ein oder streicht die Maschine mit einer anderen Farbe an. Manchmal denke ich: Yes, das ist es jetzt. Doch dann habe ich wieder neue Ideen im Kopf und die Geschichte beginnt von vorne.

Daniel Scheidegger Harley modifiziert

Daniel Scheideggers Harley wird immer wieder modifiziert.

Welche Parallelen erkennen Sie zwischen Ihrem Beruf und Ihrem Hobby?

Parallelen sehe ich vor allem im Bereich der Vorsicht. Vorsicht auf dem Motorrad ist sehr wichtig. Man sollte zweimal in den Rückspiegel schauen, wenn jemand schneller ist oder man überholen will. Wenn es einen Unfall gibt, kann dies schlimme Verletzungen zur Folge haben. Dasselbe gilt in meinem Beruf als PLM-Berater. Bin ich auf dem richtigen Server, migriere ich in die richtige Datenbank? Ein Fehler kann hohe Kosten und Schäden verursachen. Nie vergesse ich mein erstes Windchill-Update, das ich bei einem Kunden durchführte. Ich erwischte die falsche Datenbank und der Kunde verlor einiges an Arbeit. Aus diesen Fehlern lernt man für sein Leben.

Welche Fähigkeiten erwarben Sie beim Harley-Fahren, die Sie bei Ihrem Beruf anwenden?

Take it easy, slow down. Nicht hetzen, das bringt nichts. Im Gegenteil, ich finde, in der Hast geschehen schneller Fehler.

Unternehmen Sie regelmässig Ausfahrten?

Ich gehe ein- bis zweimal jährlich auf eine einwöchige Tour. Zudem fixiere ich ein verlängertes Wochenende Mitte August. Bis jetzt besuchte ich mit meiner Harley die ganze Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, Korsika und bereits fünfmal Sardinien.

Welche Gepäckstücke begleiten Sie?

Ich reduziere das Gepäck auf das Minimum, da auf der Harley nicht viel Platz vorhanden ist. Für eine Woche reichen ein T-Shirt pro Tag, ein Pullover, ein Regenschutz, ein Paar Sneakers, Zahnpflegeutensilien und ein Deodorant. Mehr braucht man(n) nicht.

Wie planen Sie Ihre Touren?

Bei den eine Woche dauernden Touren plane ich das Ziel, aber nicht den Weg dorthin. Im Voraus buche ich keine Hotels oder andere Übernachtungsmöglichkeiten. Einfach losfahren am Morgen und am Abend schauen, wo es Schlafgelegenheiten gibt. Es kommt nämlich, wie es kommt. Bei den kürzeren Touren reserviere ich sporadisch ein Hotelzimmer.

Was erleben Sie, wenn Sie mit Ihren Kollegen unterwegs sind?

Stresslosigkeit pur. Oft fahre ich um eine Kurve und bin überrascht, wie schön die Natur ist. Ein Bergsee, eine Felslandschaft, Schnee, Wildschweine, die über die Strasse laufen. Eine Pause an einem Wildbach schenkt mir viel Energie und Lebensfreude für die weiteren Etappen und den Beruf.

Daniel Scheidegger vor schwarzem Hintergrund

Daniel Scheidegger ist PLM-Berater bei der GIA Informatik AG.

Wie wichtig ist Ihnen die Kulinarik?

Auf den Touren darf das Essen nicht zu kurz kommen. Ich als grosser Italien-Fan bevorzuge die italienische Küche, jedoch ausschliesslich in Italien selber. Ansonsten versuchen wir uns mit der jeweils einheimischen Küche zu verwöhnen.

Welche Glücksgefühle rief Ihr grösstes Abenteuer aus?

Das Eindrücklichste war, eine Woche allein unterwegs zu sein. Das Ziel bildeten die European Bike Weeks am Faaker See in Österreich. Die Bike Week ist das grösste regelmässige Harley-Treffen in Europa. Ich reiste ohne Karte, das war ein Erlebnis. Orientiert habe ich mich am Stand der Sonne, immer Richtung Osten über das Stilfserjoch, hinab nach Meran in Italien. Am Schluss kam ich in Faak an und war vom Regen nass von Kopf bis Fuss. Ich machte es mir im Wohnwagen unweit vom Festgelände gemütlich und wärmte mich auf. Am Abend ging ich aufs Festgelände und lernte viele gute Leute aus diversen Ländern Europas kennen. Am nächsten Tag machte ich mich auf und fuhr um den Wörthersee. Mir imponierte, dass bei fast jedem Restaurant viele Harleys auf dem Parkplatz standen. In der ganzen Region war das Harley-Fieber ausgebrochen.

Gehen Sie regelmässig an Harley-Treffen?

Harley-Treffen besuche ich nicht regelmässig. Nicht die Stimmung ist schlecht, sondern ich habe alles gesehen, es wiederholt sich immer wieder. Die Atmosphäre ist gelassen, friedlich und laut mit toller Geräuschkulisse der Motoren und der Musiker. Diese treten den ganzen Tag auf.

Welches sind Technologien, die Sie sich bei Ihrem Hobby zunutze machen?

Ich bin nicht der Schrauber; meine Hände passen auf eine Tastatur. Das Schrauben überlasse ich meinem Mechaniker des Vertrauens. Ich schätze es, dass meine Harley nur die notwendige Technik aufweist. Auf Sitz- und Griffheizung und viel Elektronik verzichte ich. Mit der Harley muss ich richtig arbeiten, damit die engen Kurven ideal gefahren werden können.

Wohin fahren Sie dieses Jahr?

Die nächste Tour findet im Juni statt. Wohin es geht, steht noch in den Sternen. Es gilt das Motto: Take it easy, slow down.

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