Was zeichnet den IT-Standort Schweiz aus und was ist nach Corona anders als vorher?

Im Interview gibt Silvan Wyser, Head of Marketing des IT-Unternehmens GIA Informatik, Auskunft über aktuelle Entwicklungen.

Trotz Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), Privacy Shield oder Cloud Act hat kaum jemand den Überblick, weshalb man gerne auf den Datenstandort Schweiz setzt.

Silvan Wyser
Head of Marketing von GIA Informatik

Was macht den IT-Standort Schweiz besonders?

Heute können Daten überall auf der Welt gehostet werden; theoretisch auch in Nordkorea oder im Iran. Doch wer über sensitive Daten verfügt – und das trifft auf die Mehrheit der Schweizer KMU zu –, sollte genau prüfen, wem er vertraut. Denn trotz Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), Privacy Shield oder Cloud Act (ein amerikanisches Gesetz zum Zugriff der US-Behörden auf gespeicherte Daten im Internet) hat kaum jemand den Überblick, weshalb man gerne auf den Datenstandort Schweiz setzt. Doch auch eine lokale Datenhaltung gilt es genau zu prüfen. Die Aufbewahrung muss bei Schweizer Unternehmen in Schweizer Hand erfolgen, damit das Schweizer Recht zum Tragen kommt. Es ist Vorsicht geboten bei Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne sowie Schweizer Firmen in Dritthand.

Trotz rekordtiefer Fluktuationsrate suchen wir gezielt junge Mitarbeitende, die wir sorgfältig integrieren.

Silvan Wyser
Head of Marketing von GIA Informatik

Welche Werte zeichnen GIA aus?

Wir sind Teil einer traditionsreichen Schweizer Industriegruppe, was unser Handeln prägt. Alles, was wir tun, ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Lassen Sie mich ein Beispiel machen. Wir haben einen Kunden, zu dem wir seit 20 Jahren eine Beziehung pflegen. Und stellen Sie sich vor: Dieser Kunde hat seit 20 Jahren dieselben Ansprechpersonen bei GIA, was ihn äusserst freut! Solche Beispiele – von denen ich noch viele aufzählen könnte – unterscheiden uns deutlich von den IT-Anbietern, die kaum weiter als bis ans Ende des laufenden Quartals denken. Trotz rekordtiefer Fluktuationsrate suchen wir gezielt junge Mitarbeitende, die wir sorgfältig integrieren.

Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf das Marketing?

Die Covid-19-Pandemie hat alles verändert: wie wir uns informieren, wie wir kommunizieren, wie wir uns entscheiden, wie wir einkaufen und wie wir konsumieren. Überdies stecken wir mitten in einer Wirtschaftskrise, was bei vielen Unternehmen zu Kürzungen des Marketingbudgets führt. Also sehr schwierige Zeiten für Marketers. Viele geplante und auch beliebte Massnahmen lassen sich nicht mehr umsetzen. In unserer Branche lagen Messen schon vor der Pandemie auf dem Sterbebett. Doch nun hat es auch alle Live-Events erwischt. Ich bezweifle, ob diese Aktivitäten je wieder auferstehen werden. Die Reaktion auf diese Situation ist erschreckend. Viele Unternehmen stürzen sich nun auf E-Mail-Marketing, was unsere Postfächer zum Explodieren bringt, ohne Wirkung zu erzielen. Oder sie führen ihre geplanten (Kunden-)Events 1:1 virtuell durch, was ungefähr so sinnvoll ist, wie ein Städtetrip mit Google Street View.

Wir setzen alles daran, dass wir in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit für unsere Kunden weiterhin ein sicherer, verlässlicher und vertrauensvoller Partner sind.

Silvan Wyser
Head of Marketing von GIA Informatik
Auf welche Marketingmassnahmen setzt das IT-Unternehmen GIA in Zukunft?

Die Krise ist noch nicht überwunden und wir setzen alles daran, dass wir in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit für unsere Kunden weiterhin ein sicherer, verlässlicher und vertrauensvoller Partner sind. Die erwähnte Nachhaltigkeit erreichen wir nur mit zufriedenen Kunden, die uns gerne weiterempfehlen. Denn die Corona-Krise hat etwas in Erinnerung gerufen, was besonders in unserer Branche in Vergessenheit geraten war: Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Und das kommt uns sehr entgegen.

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